Großartige Show Distango Tango zum Staunen

četrtek, februar 14th, 2008 @ 3:41 am | oder

Artikel - Medienarchiv Augsburger Allgemeine


Ausgabe: B-HAUPT
Datum: 14.02.2008
Seite: 42

Großartige Show Distango Tango zum Staunen

Das Eigenartigste an diesem Ensemble mochte sein, dass keines der Mitglieder aus Argentinien stammt. Das Quintett Distango war im Jahr 2000 in der Kulturstadt Weimar von fünf jungen Musikern aus Polen, Ungarn, Slowenien und Deutschland gegründet worden. Auslöser dafür war die gemeinsame Faszination für die Musik Astor Piazzollas, dem Vater des Tango Nuevo, gewesen. Die Sängerin kommt, ebenso wie das Tanzpaar Bla Bertoncelj und Andreja Podlogar aus Slowenien.

Gemeinsam jedoch huldigten sie dem Tango, wie er authentischer kaum sein kann. Das Bühnenbild zur Metro-Station umfunktioniert, erzählten die Protagonisten auf ihre jeweils eigene Art aus ihrem Leben, mal getanzt, mal gesungen, mal instrumental. Es war ein kleines Gesamtkunstwerk, das da für 90 Minuten auf die Zuschauer des ausverkauften Parktheaters in äußerster Kurzweiligkeit niederging. Auch wenn die fünf Musiker von Distango ihrer Instrumente adäquat mächtig waren und in charakteristischer Instrumentierung (Bandoneon, Geige, Klavier, Gitarre, Bass) den kraftvollen Klang mit dynamischen Interpretationen verbanden, und auch wenn Nina Strnads Stimme jene raue Verruchtheit innehatte, die dem Tango angemessen ist, gehörte der Abend doch den Tango-Weltmeistern von 1998, Bla und Andreja. Diese völlige Ausdruckslosigkeit der Gesichter, während ihre Körper alle Emotionen zu verbildlichen vermochten, war von atemberaubender Schönheit und Eleganz.

Melancholie und Ekstase, Bewegung und Stillstand, Streit und Liebe vereinten sich in dem beeindruckenden, atmosphärisch dichten Gesamtkonzept von Distango, das einen Tag in der Subte, der U-Bahn von Buenos Aires, zu kunstvollem Leben erweckte. Dass die Show aber von so kurzer Dauer war, war bedauerlich. (eric)

  

 

 

One Response to “Großartige Show Distango Tango zum Staunen”

  1. Lucio Says:

    Bravo za Subte,
    lahko bi ga uprizorili tudi v Sloveniji.
    abrazo,
    Lucio

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